Meine Panikattacken

Angst spielt eine große Rolle in meinem Leben. Ich habe früh mitbekommen, dass man besser nicht zu viel wagt, weil wer weiß was alles passieren könnte. Das zieht sich durch meinen Lebenslauf. Ich hatte Angst vor meinen Chefs, vor Autoritäten generell, vor Krankheiten und vor der Zukunft.

Es wäre also einfach zu schön gewesen, wenn mich das Thema nicht auch beim BJJ eingeholt hätte. Es war schon mit Angst verbunden, die ersten Male nur dort zu erscheinen, doch dieses Völkchen ist ein ganz Besonderes und allzu lange, konnte meine leichte Sozialphobie sich deshalb nicht halten. Aber dann kam es irgendwann zur ersten Panikattacke und damit war ich auf einem völlig neuen Level.

Es ist eigentlich klar, dass im Kampf potenziell auch die eigene Unversehrtheit auf dem Spiel steht und das vor Allem am Anfang, wenn das eigene Skillset noch nicht sonderlich ausgeprägt ist. In manchen Situationen bekommt man nur schlecht Luft oder man wird gewürgt. Das kann je nach Vorgeschichte natürlich zu einer körperlichen Reaktion führen.

Wie sieht so eine Attacke bei mir aus: meistens hat es etwas damit zu tun, dass zu viel Druck auf meinen Brustkorb lastet und mir der Atem weg bleibt. Gleichzeitig steigt eine Versagensangst in meinem Kopf auf, die Panik auslöst. Ich komme hier nicht mehr raus! Ich kann mich nicht mehr selbst schützen! Dann beginne ich, zu hyperventilieren. Ich atme, aber es kommt keine Luft mehr an und es fühlt sich an als würde ich ersticken obwohl die physische Last längst weg ist. Außerdem pfeiffen meine Bronchien bei jedem Atemzug, was das ganze zu einem Spektakel für alle Menschen in der Nähe werden lässt. Klingt unangenehm? Ist es auch. Und die Angst davor, wieder in diese Situation zu geraten, speist nur neue Panik.

Ich habe versucht, mit einem liebevollen Blick auf meine Panikattacken zu sehen, sie wollen mich beschützen und dafür sorgen, dass ich unversehrt aus der ‚gefährlichen‘ Situation komme. Außerdem möchte ich die Hintergründe verstehen, indem ich mir Fragen stelle. In welchen Situationen wird es zu viel? Kann ich diese vorzeitig abbrechen? Oder kann ich auch mal eine Panikattacke aushalten?

Der Schlüssel ist wohl Gelassenheit. Und Gelassenheit bekommt man durch Erfahrung. Mein Psychiater hat mir auf Nachfrage geraten, in meiner speziellen Situation einfach weiterzumachen. Üben quasi. Also Sicherheit gewinnen und zu merken, dass ich aus allen Situationen immer raus komme, indem ich tappe. Und die Attacken werden weniger. Ich will nicht sagen, dass sie mir nie wieder passieren werden, aber sie haben keinen so großen Impact mehr für mich und wenn es passiert, versuche ich einfach wieder etwas daraus zu lernen.

Falls du auch schon in einer solchen Situation warst oder Erfahrungen mit Panikattacken beim Sport hast, dann lass es mich gerne wissen. Ich freue mich über Austausch.

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